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"Die wittelsbachische Antwort auf Martin Luther: Bayern wird ein katholischer Konfessionsstaat" Vortrag von und mit Prof. Alois Schmid

Neujahrskonzert im Kulturforum Oberalteich

Neujahrskonzert 2017 Beim Neujahrskonzert mit dem Niederbayerischen Kammerorchester im Kulturforum Oberalteich glänzte die Sopranistin Andrea Höcht, begleitet am Flügel von der Pianistin Susanne Anatchkova. (Foto: erö)

Das Neue Jahr! Manche beginnen es laut, mit großem Spektakel, andere ruhig, nachdenklich. Es gibt auch eine dritte Variante: Beschwingt, umgeben von wohltuender Harmonie, gepaart auf engstem Raum mit rasantem Tempo. Lässt sich beides miteinander verbinden, extrovertierte Tempi und in sich selbst ruhende Klangschönheit? Beim Neujahrskonzert des Fördervereins für Kultur und Forschung Bogen-Oberalteich konnten die Besucher im voll besetzten Saal des Kulturforums diese Verbindung der Extreme erleben. Das Niederbayerische Kammerorchester unter der Leitung von Gerold Huber führte die Hörer von Mozarts betörenden Klängen über die Welt der Klangfarben Saint-Saens bis zum Konglomerat aus Klassik und Jazz von Erwin Schulhoff.

Wieder einmal zeigte das Niederbayerische Kammerorchester seine Kunst des genauen Zusammenspiels nicht nur der Instrumentengruppen, vielmehr auch der einzelnen Instrumente, verbunden mit musikalischem Feinsinn im Ausdruck. In Mozarts Konzert für Harfe und Orchester KV 299 war dies in besonderer Schönheit zu hören. Das äußerst zartfühlende, überaus klangvoll anheimelnde Spiel der Harfe von Veronika Polzer, das in Ausdruck und Einfühlungsvermögen exakt auf die Harfe abgestimmte Spiel der Querflöte von Stefan Mutz und das sich in nobel-dezenter Lautstärke zurückhaltende Niederbayerische Kammerorchester ließen Mozarts Harfenkonzert zu einem musikalischen Hochgenuss werden.

Susanne Anatchkova zeigte ihre fantastische Virtuosität am Flügel in einem, leider selten zu hörenden, Stück für Klavier und Orchester mit dem Titel „Afrika“ von Camille Saint-Saens. Wahnsinn, welche Tempi der Komponist in diesem Werk von den Interpreten abverlangt! Trotzdem kommt der melodiöse Aspekt nicht zu kurz. Das Orchester und Susanne Anatchkova verstanden es, selbst bei diesem Tempo den Klangfarbenreichtum dieser außergewöhnlichen Komposition herauszuarbeiten.

Zärtliche Liebe, eingebettet in das Hirten-Idyll der Auvergne: Andrea Höcht-Wellén interpretierte mit ihrer, zu feinsten Nuancen fähigen, überaus klaren Stimme vier „Chants d’Auvergne“ von Joseph Canteloube. Diese Lieder im Dialekt der Auvergne sind gefühlsdurchwoben, was Andrea Höcht-Willén mit ihrer Gesangskunst voll zur Geltung brachte. Erwin Schulhoff, einst bekannter und gefeierter Komponist, dann im KZ ums Leben gekommen, zählte zu den Ersten, die klassische Musik mit Jazz verbanden. Keineswegs stehen in seinem „Concerto alle Jazz“ Klassik und Jazz selbstständig nebeneinander, vielmehr vermochte Schulhoff beide Elemente so miteinander verzahnen, dass daraus ein einheitlich Ganzes, Neues entstand. Wolfgang Kagerer (Klarinette), Wolfram Zacher (Schlagzeug), Stefan Mutz (Flöte) und Susanne Anatchkova als Solisten machten zusammen mit dem Niederbayerischen Kammerorchester dieses Werk zu einem emotionalen Erlebnis.

Liebenswürdig, galant und elegant, dies ist der Charakter der Serenata notturna von Wolfgang Amadeus Mozart, so wurde diese Komposition auch vom Niederbayerischen Kammerorchester mit den Solisten Heike Fischer (Violine), Anna Kagerer (Violine), Fritz Menzel (Viola) und Anita Michl (Kontrabass) in typischen Mozart-Klangstil für diese Werke interpretiert: Losgelöst von Erdenschwere, Nachtmusik, die wohlgemut ins neue Jahr schreiten lässt.


Theodor Auer


pdfZeitungsbericht: Neujahrskonzert im Kulturforum Oberalteich