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Prof. Alois Schmid

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"Die wittelsbachische Antwort auf Martin Luther: Bayern wird ein katholischer Konfessionsstaat" Vortrag von und mit Prof. Alois Schmid

Zwei Kleinode

Bogen: Totentanzkapelle und Landasberg

Exkursion Landasberg 2017 Exkursionen zu kulturellen Sehenswürdigkeiten im Landkreis gehören zum Jahresprogramm des Fördervereins für Kultur und Forschung. Am Wochenende wurden die Totentanzkapelle auf dem alten Friedhof in Haselbach und die Kirche Sankt Johannes der Täufer in Landasberg (Gemeinde Haibach) besucht. Dazu fanden sich viele interessierte Teilnehmer ein.

Die romanische Kirche Sankt Johannes ist in Privatbesitz und birgt in ihrem Inneren ein spätgotisches Wandgemälde mit dem seltenen Bildmotiv des „Lebenden Kreuzes“. „Ein Kleinod der ganz besonderen Art“, betonte die Kunsthistorikerin Elisabeth Vogl, die durch die Kirche führte und die Wandmalerei aus dem 15. Jahrhundert erläuterte.

Die Nordwand zeigt ein sogenanntes „Lebendes Kreuz“, das mit der Malerei auf der Südwand einen vierteiligen Zyklus aus dem Leben Jesu wiedergibt. Das „Lebende Kreuz“ ist eine Darstellung des Gekreuzigten, dessen Kreuzesbalken in Hände auslaufen. Diese vier Hände zeigen oben einen Schlüssel, unten einen Hammer, rechts ein Schwert und links eine Segenshand. Vogl gelang es, die zum Teil verblassten und unvollständigen Malereien für die Betrachter wieder lebendig werden zu lassen und in ihre Symbolik einzutauchen.

Die Malereien stammen aus der Zeit des „Weichen Stils“ um 1380 bis 1430 mit feingliedrigen schlanken und eleganten Gestalten und weich geschwungenen Gewandfalten. Die romanische Kirchenanlage stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert und war wohl eine Burgkirche.

Anschließend wurde die Schutzengelkirche in Haselbach besucht, ein Oktogon-Hallenbau mit Vorraum, erbaut von dem Oberalteicher Pater Balthasar Regler, Pfarrvikar in Haselbach von 1667 bis 1673. Im Inneren der Spätrenaissanceanlage befindet sich eine der ältesten Totentanzdarstellungen Niederbayerns, die als Secco-Malerei (auf trockenem Putz) angebracht wurde.

Sie wies ursprünglich 20 Szenen mit zweizeiligen Texten auf, die aber nicht alle erhalten sind. Sie wurden 1912 neu entdeckt. Der Künstler der Darstellungen in Haselbach ist nicht bekannt.


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