Virtuos und temperamentvoll

Oberalteich: Gitarrenduo Hron verzauberte an der Gitarre

Anna und Jan Hron Bild: Das tschechische Gitarrenduo Anna und Jan Hron begeisterten im Kulturforum Oberalteich virtuos auf ihren Instrumenten. (Foto: hab)

(hab) Anna und Jan Hron aus Tschechien verzauberten am Samstagabend den Saal im Kulturforum in Oberalteich. „Klangreise auf zwölf Saiten“, so der Titel der Veranstaltung. Gesponsert vom Architekturbüro Hornberger, Illner und Weny war es dem Kulturförderverein Bogen-Oberalteich wieder gelungen, mit dem Gitarrenduo und Ehepaar Anna und Jan Hron Musikbegeisterte nach Oberalteich zu locken. Und diese wurden nicht enttäuscht. So spannte sich der musikalische Bogen von der Barockzeit bis in die Moderne, von Originalkompositionen bis zu eigenen Bearbeitungen für zwei Gitarren.

So vermittelte eingangs Joaquin Rodrigos „Berceuse de Printemps“ weich und gefühlvoll den Frühling und Milan Tesars „Suita Karussell“ in drei Sätzen virtuos und temperamentvoll sein Thema. Die italienische Heimat des zeitgenössischen Komponisten Mario Castelnuovo-Tedesco wurde bei dessen „Sonatina Cantoniva op. 196“ spürbar, die zum Standardrepertoire dieses Instruments gehören.

Anna und Jan Hron sind beide als Pädagogen am Konservatorium im tschechischen Pardubice tätig, so standen auch zeitgenössische Kompositionen von Kollegen wie Jolana Saidlovas „Zam ené Pisne“ mit anspruchsvollen Rhythmen und häufig wechselnden Taktfolgen auf dem Programm.

Nach der Pause wartete zunächst das Barock mit den drei Sätzen der „Sonate II A Dur“ des französischen Komponisten Jean-Marie Leclair. Dann erlaubte sich Jan Hron eine Programmänderung. Auf Anregung seiner Frau hatte er sich an eine Interpretation der Filmmusik zu „Schindlers Liste“ gemacht, ebenso wie an die Bearbeitung von Gabriel Faurés „Cantique de Jean Racine“, das der Komponist Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst für Chor und Orgel geschrieben hatte. Mit Manuel de Fallas „La vie Bréve“ setzten die beiden sympathischen Interpreten schließlich den konzertanten Schluss- und Höhepunkt, bei dem sie durch ihr Können deutlich beeindrucken konnten.

Anhaltender Applaus dankte dies den Künstlern, die nach mehreren „Vorhängen“ die Zuschauer zusätzlich mit einer Zugabe erfreuten.

pdfZeitungsbericht: Klangreise auf zwölf Saiten