Musik und bildende Kunst

Oberalteich: Spanisches Ambiente beim Frühlingskonzert des VHG

Das große Orchester des VHG mit dem Unterstufenchor Bild 1: Das große Orchester des Veit-Höser-Gymnasiums mit dem Unterstufenchor. (Fotos: erö)

(erö) Es war wieder ein großer Kulturabend im Saal des Kulturforums Oberalteich – das Schülerkonzert zum Frühlingsanfang des Veit- Höser-Gymnasiums (VHG) unter der Leitung von Doris Köppel (siehe auch die Musikrezension von Theo Auer). Zu hören war auch der Unterstufenchor mit seinem Leiter Christoph Müller. Sehenwert war auch die Ausstellung von herausragenden Schülerarbeiten der Jahrgangsstufen fünf bis zwölf auf der Galerie.

Spanisches Ambiente bestimmte den Abend, stand doch als Hauptwerk die Oper „Carmen“ von George Bizet im Mittelpunkt. Schülerarbeiten aus der Fachschaft Kunst mit teils zauberhaften, tänzerischen Szenen aus dem Leben von „Carmen“, auf die große Leinwand hinter dem Orchester projiziert, untermalten die Musik. Damit wurde einmal mehr die fächerübergreifende Zusammenarbeit von Kunst und Musik gezeigt. Besonders erfreulich: Wieder schwangen viele Orchestermitglieder den Taktstock und moderierten gekonnt das Programm. Eingeladen hatte der Förderverein für Kultur und Forschung Oberalteich, dessen Vertreterin Tatjana Daller die jungen Musiker und zahlreichen Gäste begrüßte und sich freute, mit dem Förderverein das Orchester über viele Jahre hinweg unterstützen zu können. Freude, aber auch ein wenig Wehmut bei Schulleiter Oberstudiendirektor Helmut Dietl, der die scheidenden Abiturienten mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete und ihr Engagement für die Musik würdigte. Verabschiedet wurden Julia Bauer, Susanne Beck, Sophia Biechl, Julia Götz und Elena Wenninger.

In der Pause lohnte ein Gang auf die Galerie, wo die Kunsterzieher Wiltrud Haimerl und Edgar Stein eine bemerkenswerte Kunstausstellung von Schülerarbeiten zusammen gestellt hatten. Die Unterstufe hatte sich mit Malerei und Druckgrafik am Europäischen Wettbewerb „Endlich schulfrei - was unternimmst du mit deinen Freunden in Europa“ beteiligt und zeigte Bilder zu diesem Thema. Preisgekrönt war ein Bild von Sophia Kagerbauer (5. Klasse), wie sie mit Freunden das Hundertwasserhaus in Wien besucht. Die 7. Klassen setzten sich mit derselben Thematik in Linolschnitt-Technik auseinander, die Jahrgangsstufen neun und zehn schufen Plakatentwürfe zu „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“. Spannende Malerei entstand in der Oberstufe, wo sich einige Schüler mit der surrealistischen Bildsprache der „pittura metafisica“ auseinandersetzten und skurril-geheimnisvolle Bildräume schufen. Weiter waren zu sehen fein strukturierte Bleistiftstudien und Tuschezeichnungen zu Sagen aus dem Bayerischen Wald und farbenfrohe Arbeiten nach Hundertwasser. Ein besonderer Blickfang waren neben einer Reihe von Gipsreliefs von Sportlern in klassischen Posen auch Architekturmodelle der 12. Klassen im zeitlos- eleganten Bauhausstil. Zum guten Schluss des Abends gab es für jeden jungen Musiker eine Blume, für Dirigentin Doris Köppel einen großen Blumenstrauß und für alle Mitwirkenden ganz viel Beifall.

Architekturmodelle  Bild von Sophia Kagerbauer vom Hundertwasser-Haus in Wien  Surrealistische Bildsprache drückt dieses Bild aus 
Ein Hingucker waren die Architekturmodelle.
Preisgekrönt wurde das Bild von Sophia Kagerbauer vom Hundertwasser-Haus in Wien.
Surrealistische Bildsprache drückt dieses Bild aus.

Musikalischer Frühling

Oberalteich: VHG-Orchester konzertiert

Schulkonzert – da denkt man zurück an die eigene Schulzeit: Musikunterricht, den gab es nicht. Im Stundenplan stand „singen“. Meist fiel auch dieses aus. Viel hat sich seither in puncto musikalischer und allgemein musischer Bildung getan! Zum Wohl für die Schüler? Uneingeschränkt ja! Gerade die Beschäftigung mit Musik, selbst Musik machen ist wesentlicher Teil, die Persönlichkeit positiv zu formen. Alles was im späteren Leben unabdingbar sein wird, wird durch das Erlernen eines Instrumentes in Erfolgserlebnis generierender Form vermittelt. Doch nur, wenn dieses „Hineinpflanzen“ der Musik in die Herzen in einer Form vermittelt wird, die gerade jungen Menschen Freude, Spaß an der Musik macht. Gerne nehmen sie dann auch die Bürde der notwendigen Disziplin auf sich.

Doris Köppel, Oberstudienrätin am Veit-Höser-Gymnasium besitzt die, gar nicht so oft anzutreffende Gabe, ihre Schülerinnen und Schüler in einer Weise an die Musik heranzuführen, sie zu hohen Leistungen zu animieren, bei welcher den Jugendlichen die Freude, ja die Begeisterung anzusehen – und vor allem zu hören ist!

So auch beim Frühlingskonzert des Schulorchesters am Veit-Höser-Gymnasium im voll besetzten Saal des Kulturforums Oberalteich. Dabei stand der Schwierigkeitsgrat wesentlicher Programmteile weit über üblichem Schulorchester – Niveau, durchaus im Bereich veritabler Orchester angesiedelt.

Die Orchestersuite mit allseits bekannten Tänzen und Märschen aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet verlangt ausgeprägtes Rhythmusgefühl, nicht nur seitens der Dirigenten, vielmehr auch von jedem einzelnen Orchestermitglied. Neben guten Einsätzen der Streicher, dem präzisen Rhythmus des Schlagzeugs verdienen die Holz- und Blechblasinstrumente ganz besondere Anerkennung ob ihrer, gerade bei diesen Instrumenten schwierigen Intonation und das hervorragende Zusammenspiel. Erstaunlich die wirklich großartige musikalische Umsetzung der berühmten „Habanera, die die „Seele“ der Oper und damit auch der Carmensuite bildet. Dirigiert wurde „Carmen“ von wechselnden Schüler–Dirigenten, die sich alle durch exakte und gefühlvolle Taktgebung auszeichneten.

Darf man Doris Köppel hiervon ausnehmen? Nicht etwa dass sie nicht gut dirigierte, sondern weil man, im Gegensatz zu Schülern und Schülerinnen, die Kunst des Dirigierens bei einer Musikpädagogin als Grundvoraussetzung betrachten kann. Oberstudienrätin Doris Köppel dirigierte gewissermaßen außer Konkurrenz, studierte das gesamte Konzert mit viel Elan und pädagogischem Feingefühl ein. Zwei junge Damen erläuterten charmant zwischen den einzelnen Sätzen den Handlungsablauf der Oper und gaben, was äußerst begrüßenswert war, auch musiktheoretische Erläuterungen.

Noch einen Höhepunkt boten die Schülerinnen und Schüler des VHG: Ein zeitgenössisches Werk von Dick van Heuvel (geboren 1956) mit dem Titel „The Basic Elements“, also die Grundelemente Erde, Wasser, Luft, Feuer, mit denen in alten Zeiten die Welt erklärt wurde. Diese, alles andere als einfach zu interpretierende Komposition mit zahlreichen Dissonanzen meisterte das Veit-Höser-Schulorchester mit Bravur. Der Unterstufenchor, welchen Christoph Müller einstudiert hatte, trat sowohl als Kinderbegleitung der Wachsoldaten in „Carmen“ auf, als auch, das Publikum mitreißend, in einem Body – Percussion – Stück mit sichtbarer Begeisterung auf. Der „Triumphmarsch“ aus „Aida“ mit strahlendem, sehr gut aufeinander abgestimmten Trompeteneinsätzen, ein Orchesterkanon mit Gesang, als gemeinsames Stück „Macarena“, die „Bohemian Rhapsody“ von Freddie Mercury und natürlich ein Stück für die Rhythmusgefühl und Koordination fördernden Boomwhackers, den bekannten Kunststoffröhren rundeten ein höchst anspruchsvolles, kurzweiliges Programm ab.

Die Schulleitung und Lehrerin Köppel können mit Recht stolz auf ihr Schulorchester und den Unterstufenchor sein!

Theodor Auer

pdfZeitungsbericht: Frühlingskonzert des Veit-Höser-Gymnasiums