Mit dem Blick des Aufklärers
Johann Pezzls Sicht auf das Kloster Oberaltaich, Bogenberg und Straubing
Oberalteich. Geschmäht und verfolgt – so die Reaktionen der Obrigkeit auf den Blick des aufklärerischen Schriftstellers Johann Pezzl aus Mallersdorf auf unsere Heimatregion. Auf Einladung des Fördervereins für Kultur und Forschung Bogen–Oberalteich referiert Dr. Franz Fromholzer, Literaturwissenschaftler an der Universität Augsburg, am Donnerstag, 29. Oktober, 19 Uhr, im KulturForum über diesen kritischen Geist, der aber schließlich in Österreich große Achtung erfahren hat.
Der im niederbayerischen Mallersdorf geborene und im josephinischen Österreich wirkende Johann Pezzl (1756–1823) war einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung in Süddeutschland. In seiner scharfzüngigen „Reise durch den Baierschen Kreis“ schildert Pezzl seine Heimatregion Niederbayern und blickt kritisch, bisweilen boshaft, aber auch liebevoll auf Straubing und das Kloster Oberaltaich, in das er nach seinem Schulabschluss am Freisinger Domgymnasium eintrat. Die Marienfrömmigkeit der Wallfahrt zum Bogenberg ist dem vernunftgeleiteten Aufklärer allerdings ein Stein des Anstoßes. Überhaupt wittert Pezzl in Niederbayern allenthalben Aberglauben und fortschrittsfeindliche Behäbigkeit. Das wirtschaftliche Potential der Region erkennt er jedoch zweifellos an. Wollte Pezzl mit seinen Schriften seiner Heimatregion Niederbayern den Anschluss an Österreich nahelegen? – Schließlich erhielt Pezzl Anerkennung und finanzielles Auskommen am Hof Kaisers Josephs II. in Wien.
Musik: Ensemble musique antique (Stefan Seyfried)

