jahreshauptversammlung_2011 

Zur Einstimmung auf die Mitgliederversammlung des Kulturfördervereins gab Vorsitzender Dr. Dionys Daller mit Tochter Christina ein kleines Konzert.

Jahreshauptversammlung des Vereins - Vortrag von Kreisheimatpfleger Hans Neueder

Jetzt stehen auch Orgelkonzerte auf dem Programm

Sehr stilvoll begann die Jahreshauptversammlung des Fördervereins für Kultur und Forschung im Kulturforum Oberalteich: Vorsitzender Dr. Dionys Daller am Klavier und Tochter Christina an der Geige stimmten mit einem Concertino A-Moll von Rieding auf den Abend ein. Auch die Kultur kam nicht zu kurz: Kreisheimatpfleger Hans Neueder berichtete Wissenswertes über Schulspiele im Kloster Oberalteich. Der Kulturförderverein hat derzeit 367 Mitglieder, fünf Neumitglieder konnten im vergangenen Jahr gewonnen werden. Mit einer Schweigeminute wurde dreier verstorbener Mitglieder gedacht.

Wir sind zufrieden mit der Beteiligung an Veranstaltungen wie Konzerten und Vorträgen, erklärte Vorsitzender Dr. Dionys Daller in seinem Rückblick. Veranstaltungen mit hochkarätigen Künstlern gerieten allerdings gelegentlich zu einer Zitterpartie. „Wir sind ein Verein und können uns keine finanziellen Verluste leisten“, so Daller. Deshalb werde man künftig mehr jüngere regionale und überregionale Künstlerinnen und Künstler verpflichten. „Auf jeden Fall geht es auf dem hohen Niveau wie bisher weiter“. Der Rückblick Dallers, der vor einem Jahr den Gründer und langjährigen Vorsitzenden des Kulturfördervereins Dr. Rudolf Gehles ablöste, war auch bestimmt vom Dank für ein Jahr Unterstützung: Durch Ehefrau Tatjana Daller, die sich mit ihm in die Aufgaben des Vorsitzenden teilt und die Kontakte zu den Künstlern und die Organisation der Veranstaltungen weitgehend übernommen hat. Gedankt wurde auch der gesamten Vorstandschaft sowie allen Helfern und Sponsoren.

Zufriedenstellend zeigte sich der Kassenbericht von Schatzmeister Dr. Martin Kreuzer. Trotz erheblicher Mehrausgaben für Honorare, Plakate und ein Buchprojekt schreibt der Verein schwarze Zahlen. Die Kassenprüfer Markus Mühlbauer und Willi Bugl bescheinigten eine ordnungsgemäße Kassenführung, die Vorstandschaft konnte entlastet werden. Tatjana Daller stellte das umfangreiche neue Programm vor. Nach dem Neujahrskonzert mit vollem Saal stehen das Faschingskonzert mit Blechschaden (20. Februar) und das große Konzert des Veit-Höser-Gymnasiums am 3. März an. Neu ist die Zusammenarbeit mit dem Organisten Stefan Frank, so Tatjana Daller. Zwei Orgelkonzerte in der Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg sind am 8. Mai und 3. Juli, sind vorgesehen. Der junge Pianist Alexander Maria Wagner aus Cham wird sich im April mit Werken von Liszt und eigenen Kompositionen präsentieren, und am 7. Mai wird das Ensemble „Luz amoi“ mit „Überall dahoam“ einen Abend mit Gefühl und Schwung gestalten. Am 4. Juni gibt es einen sommerlich heiteren Liederabend mit der Straubingerin Andrea Oswald, begleitet von dem Bariton Siwoung Song und Volker Nemmer am Klavier. Den Abschluss der Konzerte macht Dr. Jazz am 2. Juli mit einem Sommerkonzert. Auch ein Vortrag steht auf dem Programm: Der Historiker Dr. Frantisek Kubu wird am 23. März über die „Grafen von Bogen in Böhmen“ referieren.

Das Programm für das zweite Halbjahr steht weitgehend fest. Es umfasst unter anderem eine Matinee, ein Konzert mit dem Ostbayerischen Jugendorchester und einen Vortrag über den Baier-Weg im September, einen Vortrag mit Josef Fendl im Oktober und einen Liederabend mit dem Veit-Höser-Ensemble und geistlicher Vokalmusik im November. Das traditionelle Weihnachtskonzert wird diesmal die Gruppe Steffi Denk und Friends mit einem Christmas-Special bestreiten. „Ein Weihnachtskonzert der anderen Art“, so Tatjana Daller. Fest steht auch der Termin für das Neujahrskonzert 2012: Am 6. Januar wird wieder das Niederbayerische Kammerorchester unter der Leitung von Gerald Huber konzertieren.

Interessant war der bebilderte Kurzvortrag von Kreisheimatpfleger Hans Neueder über Singspiele in Oberalteich. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts führten die Klosterschüler alljährlich am Wahltag und Namenstag des Abtes Singspiele in meist lateinischer Sprache auf. Insgesamt 14 dieser Spiele seien bekannt, eines davon zu Ehren des Abtes Dominicus Perger in deutscher Sprache und mit einem Inhaltsverzeichnis versehen, so Neueder. Im Titel versteckten sich Chronographen, die auf das Jahr der Aufführung hinweisen. Inhaltlich handelte es sich meist um Themen aus der Antike, um Liebesdramen und eheliche Treue. Und immer war das Singspiel der Verherrlichung des jeweiligen Abtes gewidmet. Aufführungsort war der Festsaal des ehemaligen Klosters, angesprochen wurden überwiegend gelehrte Gäste. Dazu gab es eine instrumentale Begleitung und Chorgesang der Klosterschüler.

Elisabeth Röhn