Eine besondere Sprechstunde

Oberalteich: Band Dr. Jazz gastierte im Kulturforum
Dr. Jazz 

(erö) In solch eine „Abendsprechstunde“ wie das Sommerkonzert mit Dr. Jazz im Kulturforum Oberalteich geht jeder gerne, denn da swingt und jazzt es, was das Zeug hält. Ein Sommerkonzert wurde es zwar wegen der ungünstigen Witterung nicht, aber heiß wurde es den Zuhörern durch die swingende Musik von Dr. Jazz allemal.

Siegfried Späth, stellvertretender Vorsitzender des Kulturfördervereins, begrüßte die Gäste und forderte mit „Hey doc, give me jazz“ zum Musizieren auf. Und schon ging's los mit Dixie und Jazz, mit Blues und Swing, mit bekannten Jazz-Balladen in Erinnerung an Louis Armstrong und andere Jazzgrößen. Dr. Andreas Promesberger führte durch das Programm, erzählte Wissenswertes über die Geschichte des Jazz und Erstaunliches: dass Jazz und Rumba sich vertragen und Blues und der Liebestraum von Franz Liszt gemeinsame Harmoniefolgen besitzen. Oder von Woody Allens Begeisterung für das Klarinettenspiel. Die Zuhörer ließen sich in den tiefen Süden Amerikas entführen, in die Basen Street von New Orleans, an den Mississippi und den Swany River. Schier unerschöpflich ist das Repertoire von Dr. Jazz, das die acht Musiker ohne Noten anscheinend aus dem Ärmel schütteln. Dr. Jazz spielt eine Musik, die jung geblieben ist und Erinnerungen weckt an große Musiker wie Duke Ellington, Count Basey, Steven Forster oder Benny Goodman. Aber auch an Jazz in München, an die legendären „Hot Dogs“, die in den 50er Jahren in Deutschland Furore machten. Wer erinnert sich nicht an die verjazzte Hot Dogs-Version von Karl Valentins „Oide Rittersleit`“, die „Ritter“ Waldemar Artmann auf echt valentinsche Weise vorsang, extra für die Bogener und ihre Grafen von Bogen. Nicht fehlen durften so zu Herzen gehende Songs wie „When you`re smiling“ oder der Dauerbrenner der 60er Jahre „Ice cream, juice cream“. Schöne Soli waren von Klarinette, Trompete, Posaune, Bass und Schlagzeug zu hören und wurden vom Publikum dankbar beklatscht. Das Tempo steigerte sich immer mehr, kaum ein Zuhörer konnte ruhig auf seinem Platz sitzen bleiben. Zum guten Schluss bedankte sich die Band beim Publikum mit ihrer Erkennungsmelodie „Hello doctor, give me jazz“ nach einem Song von King Oliver.

Und als Zuckerl gab's noch Louis Armstrongs „Oh when the saints go marching in“ von Dr. Helmut Münich (Klarinette und Gesang), Dr. Max Kanzlsperger (Piano), Dr. Andreas Promesberger (Posaune), Werner Güntner (Bass), Waldemar Artmann (Kornett, Trompete und Gesang), Klaus Kohlmeier (Schlagzeug), Dr. Fritz Vogt (Banjo und Gitarre) und Günther Kraus (Tuba).