Neue Klangkombinationen

Oberalteich: „Fletz-Musik“ im Kulturforum
Pressebild Fletz-Musik 
„Fletz-Musik“ ertönte im Kulturforum. (Foto: erö)

Harfe, da denkt man an symphonische Konzerte oder Kammermusik; Hackbrett gehört zur Volksmusik und Kontrabass zu Jazz. Doch so einfach ist die Zuordnung nicht! Diese drei Instrumente gemeinsam erzeugen neue, interessante Klangkombinationen, die in ihrer Vielseitigkeit interpretatorischer Fantasie ungeahnten Raum geben. Ulrike Richter, Harfe; Markus Märkl, Konzerthackbrett; Ulli Schmutzer, Kontrabass, boten den Besuchern im Kulturforum Oberalteich einen Abend mit Musik an, welche man, angesichts dieser Instrumente, kaum denken würde: Filmmusik! Lässt sich diese, meist für Großorchester geschriebene Musik überhaupt in Dreierbesetzung adäquat wiedergeben, noch dazu mit diesen, für dieses Genre außergewöhnlichen Instrumenten? Antwort: Wenn jemand diese Instrumente so hervorragend beherrscht, ihnen Ausdruck und Gefühl verleiht wie Ulrike Richter, Markus Märkl und Ulli Schmutzer auf jeden Fall und ohne Einschränkung! Ja, man darf sogar so weit gehen, zu behaupten, dass bei einigen Filmen wie beispielsweise „Alexis Sorbas“ mit Antony Quinn oder „Der Exorzist“ die Interpretation durch die Gruppe „Fletz“ mitreißender und, besonders bei „Der Exorzist“ tiefer „unter die Haut“ gehender ist, als die Originalmusik bei der ja die Musik durch das Leinwandgeschehen überlagert wird.

Die „Fletz“ spielten jedoch nicht die Filmmusiken zu bekannten Filmen wie „La Strada“, „Manhattan Murder Mystery“, „Forest Gump“, „Summertime“, „Le Chocolat“ u. a. als reinen Konzertabend. Auf der Leinwand waren Sequenzen dieser Filme, kunstvoll geschnitten, hautnah mitzuerleben. Die drei Musiker gestalteten ihre Interpretationen, erfreulich frei gingen sie in ihrem Spiel durch Tempi, Pharsierung, Rhythmus und Dynamik auf die gezeigten kurzen Filmausschnitte nahezu perfekt ein und schufen so eine Einheit aus Bildern und Musik. Besucher, die einen Teil dieser Filme nicht kannten, führte Markus Märkl in kurzen Sätzen in das betreffende Filmgeschehen ein, so dass auch diese Besucher ein ganzheitliches Film-Musikerlebnis hatten. „Take five“, diese jedem bekannte Jazznummer von Dave Brubeck, geschrieben für Altsaxofon, und das Jazzquintett auf Harfe, Hackbrett und Kontrabass zu dem Film mit Woody Allen „Manhattan Murder Mystery“, geht das überhaupt? Mit dem musikalischen Können der „Fletz“ absolut „Ja“.

Theodor Auer

 Zeitungsbericht: Neue Klangkombinationen - Fletz-Musik