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Vielseitige Orgel

Bogenberg: Andrzej Mielewczyk spielte

Jazz trifft Romantik, Barock Musik unserer Zeit; nicht viele Instrumente decken eine so große Vielfalt an Stilrichtungen ab wie die Orgel. Was jedoch nicht heißen soll, dass jede Orgel für jede Art Musik geeignet ist. Erinnert sei an dieser Stelle an die grundverschiedenen Orgeln süddeutscher, französischer, manchmal auch einer Mischung aus beiden, oder nordmitteldeutscher Klangcharakteristik. Die Orgel der Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg gilt unter Kennern als sehr vielseitiges Instrument. Andrzej Mielewczyk aus Berlin hat dies beim Orgelkonzert im Rahmen des diesjährigen Orgelzyklus durch sein vielschichtiges Programm unter Beweis gestellt.

Hier war der Orgel-Großmeister Johann Sebastian Bach ebenso vertreten wie Vertreter der Epoche der Romantik, Alexandre Guilmant und Stanislaw Moniuszko oder Komponisten der Gegenwart, Zsolt Gárdonyi und Walter Kraft. Doch nicht die Vielseitigkeit eines Instrumentes mit seinen Klangcharakteristika ist allein ausschlaggebend, welche Stilrichtungen spielbar sind, an erster Stelle steht das Können des Organisten, seine Fähigkeit, sich im Kosmos der Musikstile der Jahrhunderte sicher zu bewegen.

Andrzej Mielewczyk erwies sich, angefangen von der Orgelmusik des Barock bis zur Gegenwart gleichermaßen kompetent. Natürlich profitierten die Kompositionen von Alexandre Guilmant, die III. Sonate c-Moll op. 56 und die „Zwei Choralvorspiele“ in d-Moll und F-Dur von Stanislaw Moniuszko mit ihren gefühlsbetonten Kompositionen stark von der Ausdruckskraft des Spiels von Andrzej Mielewczyk. Selten schafft es eine zeitgenössische Komposition die Beliebtheitsskala sowohl von Interpreten als auch der Hörer so hoch zu klettern wie die „Mozart Changes“ des Deutsch-Ungarn Zsolt Gárdonyi, Professor in Würzburg.

Ja, es ist tatsächlich möglich, auf einer Orgel „jazzig“ zu spielen! Der Titel „Mozart Changes“ rührt sowohl von dem, bei Jazz-Musikern gebräuchlichen Ausdruck „change“ für Akkordwechsel, doch weist er auch auf das „change = wechseln“ einer originalen Mozartkomposition in die Musiksprache des Jazz. Andrzej Mielewczyk erwies sich in diesem Konzert als Meister des Kontrapunktes: Sowohl in der Fuge des Orgelkonzertes nach Vivaldi in d-Moll von Johann Sebastian Bach als auch in der Fuga aus der III. Sonate op. 56 von Alexandre Guilmant löste der Organist das komplizierte Geflecht der Stimmen durch sein Spiel durchhörbar – ja – durchschaubar auf. Sein Können in der großen Kunst der Improvisation zeigte Andrzej Mielewczyk als glanzvollen Schluss und Höhepunkt des Konzertes.

Das letzte Konzert der diesjährigen Orgelmusikreihe auf dem Bogenberg ist am 30. September, 17 Uhr mit drei Preisträgern des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“.

Theodor Auer

 Zeiitungsbericht: Vielseitige Orgel