„Luz amoi“

Oberalteich: Auftritt im Kulturforum
Zeitungsbild Luz Amoi 

Bild: Mit Begeisterung lauschte das Publikum der Gruppe Luz Amoi beim Konzert im Kulturforum Oberalteich. (Foto: erö)

„Die waren echt gut, wenn sie wiedermal kommen, gehe ich wieder hin!“ Dies sagte vor knapp zwei Jahren eine Dame nach dem Konzert der Gruppe „Luz amoi“ im Kulturforum Oberalteich. Offensichtlich dachten viele damalige Besucher ähnlich und machten Mundpropaganda für diesen „Geheimtipp“. Die Zahl der Besucher am Samstag im Kulturforum hatte sich gegenüber dem ersten Konzert im Mai 2011 verdreifacht; der Saal des Kulturforums war bis auf dem letzten Platz gefüllt! Ein Beweis, dass jemand der etwas „drauf hat“, musikalisch Neues bietet, über Können auf hohem Niveau verfügt, nicht nötig hat, groß die Werbetrommel zu rühren.

„Hör mal; hör mal zu“, die Übersetzung des altbayerischen Wortes „Luz amoi“. Wer aus diesem Namen schließt, es handele sich um eine „humba, humba, täterää“ Volksmusikanten – Gruppe interpretiert den Namen falsch. Luz amoi wird im Dialekt im Sinne von „hör mal, ich habe dir eine Neuigkeit zu erzählen“ gebraucht.

Etwas Neues haben die fünf Musikerinnen und Musiker aus Freising tatsächlich zu bieten. Etwas was in der Musikterminologie gar nicht so einfach einzuordnen ist: Bayerischer Jazz, bavarisierter Tango, Bayern – Pop, afrikanischer Handtrommelrhythmus, Musik aus dem Balkan ins Bayerische übersetzt, all das lässt sich zwar aus der Musik der „Luz amoi“ heraushören, doch ist sie kein Sammelsurium aus Stilen internationaler Musik, kein geistloses Verkleiden alter bayerischer Lieder in fremde Klänge und Takte, die Musik der „Luz amoi“ ist ein nahtloses Verschmelzen verschiedenster Musikstile zu einer Neuschöpfung altbekannter Volkslieder. So banale Texte aus alter Zeit wie „d’Sau hot an schweinern Kopf“, die in geselliger Runde erst nach etlichen Maß Bier ihren Reiz bekommen, klingen in der Bearbeitung durch diese Gruppe in afrikanisch angehauchten Stil plötzlich interessant. „Almerisch“, die Kennmelodie der beliebten Fernsehserie „unterm unsern Himmel“, welch ansonsten verborgene klangliche Perspektiven entdeckten Stefan Pellmeier und seine Gruppe in dieser Melodie, ursprünglich für Zither geschrieben. Klangschön und interessant die Kombination von Violine mit verschiedensten Instrumenten. Vor begeistertem Publikum bewiesen die „Luz amoi“, dass Volksmusik, im weitesten Sinne verstanden, keinesfalls antiquiert, sondern in neuem Gewand jugendliche Frische bekommt.

Theodor Auer

pdfZeitungsbericht: Luz Amoi