Kulturförderverein auf Pilgerreise in Haindling

Exkursion Haindling Bild: Exkursion Kulturverein: Vor der historischen Kirchenanlage in Haindling erzählte Bürgerfrau "Leni" Interessantes über die Wallfahrt.

(erö) "Die Kirchenanlage von Haindling im Labertal ist immer einen Besuch wert", betonte Kreisheimatpfleger und Vorstandsmitglied des Fördervereins für Kultur und Forschung Oberalteich im Rahmen einer Exkursion nach Haindling. Als mittelalterliche Bürgerin "Leni" lud Angela Ramsauer die Besucher auf eine Pilgerreise ein und berichtete in bunten Bildern von der langen Geschichte der Haindlinger Wallfahrt, von den Schweden und Franzosen, die die Gegend traktierten, von den Lutheranern, die den Haindlingern gar ihre Mutter Gottes abspenstig machen wollten. Bei den Wallfahrten sei es nicht nur um das Seelenheil der Pilger gegangen. Es wurde auch an das Wohl des Leibes gedacht, erzählte Leni. Für viele Menschen sei eine Wallfahrt die einzige Möglichkeit gewesen, einmal aus ihrem Dorf herauszukommen und Sorgen auf dem Weg mit anderen zu teilen.

Bürgerfrau "Leni erzählte von den Anfängen der Haindlinger Wallfahrt im 14./15. Jahrhundert, - die übrigens 150 Jahre älter ist als die Wallfahrt nach Altötting, - vom Ablass, der Schuld tilgt, und den im 15. Jahrhundert 17 Kardinäle für Haindling gewährten, von den beiden Kirchen auf dem ehemaligen Thingplatz, von vielen Stiftungen für die Wallfahrt und der steigenden Zahl von Kaplänen, die sich um die Wallfahrer kümmerten. Die etwas höher liegende Kreuzkirche von 1480, die heute als Kriegergedächtniskirche dient, sei nie fertiggestellt worden. Sehenswert das schöne Chorgewölbe und der kostbare Renaissance-Altar mit Kreuzigungsgruppe.

Die eigentliche Wallfahrtskirche Zu unserer Lieben Frau von Haindling mit dem Gnadenbild der Himmelskönigin und dem Kind am rechten Seitenaltar wurde 1719 in barocker Pracht errichtet und 1721 vom Fürstabt von Sankt Emeram in Regensburg geweiht. In der Kirche wird neben der Muttergottes auch die Dreifaltigkeit verehrt. Mit Votivbildern und Symbolen drückten die Gläuben Dank oder Bitte um Anhörung ihrer Sorgen aus. Hans Neueder wies auf eine Verbindung zwischen Haindling und Oberalteich hin: In beiden Kirchen befinden sich Malereien von Anton März.

Anschließend besuchte die Gruppe den ehemaligen Haindlinger Eiskeller, der von einem eigenen Förderverein seit zehn Jahren vor dem Verfall gerettet und an den Wochenenden als Café und Laden geführt wird.