Erinnerung an Coloman

Kultur-Förderverein suchte „Raritäten“ auf

Exkurs Lenzing - Welchenberg Coloman, der auf seiner Reise ins Heilige Land an der Donau Station machte, kam nur bis Österreich. (Foto: erö)

Oberalteich. (erö) Kreisheimatpfleger Hans Neueder, Vorstandsmitglied beim Förderverein für Kultur und Forsching Bogen-Oberalteich, hatte nicht zu viel versprochen, als er zu einer Exkursion unter dem Motto „Raritäten“ nach Lenzing und Welchenberg eingeladen hatte. Als erstes gab es die Kapelle Sankt Coloman in Lenzing in der Gemeinde Welchenberg am Donau-Radweg zu sehen. Sie gehört zum Lenzhof und ist nicht zugänglich. Für die Exkursion wurden die Türen geöffnet, und der Blick fiel auf den Altar des heiligen Coloman.

Coloman soll ein irischer oder schottischer Wanderprediger gewesen sein, der im 11. Jahrhundert auf seiner Pilgerreise ins Heilige Land an der Donau Station gemacht hat, berichtete Neueder. Die Wallfahrt von Coloman endete allerdings in Niederösterreich, wo er als „Spion“ gehängt wurde. Zahlreiche Wunder führten 1244 zu seiner Heiligsprechung. Bis heute wird er als Schutzpatron der Reisenden, bei Krankheiten und Nöten angerufen. Er ist mit Attributen wie Pilgerstab und Muschel, aber auch mit seinen Folterwerkzeugen abgebildet. Weitere Raritäten sind die fast lebensgroßen, barocken Figuren von Sankt Sebastian und Sankt Florian neben dem Hauptaltar. Der Kirchenbau stammt aus dem 13./14. Jahrhundert und wird seit Generationen von der Familie des Lenzbauern betreut.

Weitere Stationen waren die Schlossruine und die Mauritiuskirche in Welchenberg. Von der Burg der Welchenberger Hofmarksherren, Ministerialen der Grafen von Bogen und auf einem Stich Michael Wenigs von 1637 dargestellt, ist heute nichts mehr zu sehen, hier herrscht Wildnis. Nach der Aufgabe des Schlosses 1803 wurden Steine und Ziegel für den Kirchen- und Hausbau verwendet. Aber in Sankt Mauritius, heute Filialkirche der Pfarrei Oberwinkling, finden sich viele Raritäten: das Deckengemälde mit den Heiligen Mauritius, Petrus und Benedikt, darunter das Stifterehepaar Johann und Katharina von Pürching, Herren von Welchenberg, die ihren Besitz im 17. Jahrhundert dem Kloster Oberalteich vermachten. Der Märtyrertod von Sankt Mauritius ist im Langhaus dargestellt, das Altarblatt zeigt ihn als christlichen Legionär der thebäischen Legion, über dem Engel thronen. Das Bild wurde 1745 von der Mauritiusbruderschaft bestellt und von dem Straubinger Josef Anton Merz gemalt. Bis heute ist Mauritius Schutzheiliger von Oberalteich. Eine Seltenheit sind die 16 Grabplatten und Epitaphe im Mittelgang und in der Vorhall. Nach der Exkursion lud Bürgermeister Ludwig Waas zu einer Brotzeit ins Dorfgemeinschaftshaus ein.


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